
Fastenzeit
Dry January ist für mich neumodischer Kram. Wir machen Fastenzeit, wie jedes Jahr und wie schon die Grosseltern: Von Aschermittwoch bis Ostersonntag verzichten wir auf diverse Speisen, dieses Jahr auf Alkohol und Süssigkeiten.
In meiner Kolumne für die Frauenfelder Woche schreibe ich über das Leben zu zweit – mit all seinen Herausforderungen, Missverständnissen und diesen kleinen, wunderbaren Momenten, die eine Partnerschaft ausmachen. Ich nehme dich mit durch die verschiedenen Stationen: vom Kennenlernen über das Zusammenwachsen bis hin zur Ehe. Ehrlich, liebevoll und mit einem Augenzwinkern werfe ich einen Blick darauf, was im Kopf einer Frau so vorgeht – selbstironisch und ohne die üblichen Geschlechterklischees. Jede Woche wartet eine neue Geschichte auf dich: in der Frauenfelder Woche und hier auf meiner Website.

Dry January ist für mich neumodischer Kram. Wir machen Fastenzeit, wie jedes Jahr und wie schon die Grosseltern: Von Aschermittwoch bis Ostersonntag verzichten wir auf diverse Speisen, dieses Jahr auf Alkohol und Süssigkeiten.

Ich zucke verzweifelt mit den Schultern. Dann drehe ich mich um. Der Mann läuft hinter mir. Das heißt er geht. Ich laufe, und zwar zügig. Es regnet, es ist dunkel, es ist kühl. Ich laufe, der Mann trottet hinterher. Wir haben uns vorgenommen, jede Woche zu joggen, fit zu werden.

In unserer Zeitung war ein Salsa-Tanzabend für Anfänger und Fortgeschrittene inseriert. Ich will da hin, sage ich. Weil unsere Körper gut zusammenpassen, sich mögen und wir neue Freunde finden wollen. Eine Clique aus Salsatänzern. «Da tanzt aber jeder mit jedem», sagt der Mann. Er erklärt mir theoretisch das Wesen der

Ich bin zuhause und habe Homeoffice. Der Mann kommt heute nicht zum Mittagessen nach Hause wie sonst, wenn ich Homeoffice mache. Er hat sein Essen mitgenommen. Gestern Abend habe ich ein ernstes Wörtchen mit ihm geredet. Denn derzeit haben wir uns dem Intervallfasten verschrieben: 16-Strich-acht, das bedeutet, dass man wirklich

Der Mann sieht aus wie ein Eierbecher in seiner High-Waist-Jeans, wenn er sie hochzieht. Ich schüttle missbilligend den Kopf. Doch er trägt die Hose schon die ganze Woche. Schüchterne Hinweise, dass ihm High Waist nicht so gut steht wie andere Schnitte, hat er ignoriert. Er ist ein Modeguru. Selbsternannt. Auch

Ich räume die Spülmaschine ein und denke daran, was der Mann gesagt hat: «Wenn du das Besteck akkurat nebeneinander legst, dann bildest du deinen Charakter. Eins neben das andere. Geduld und Ordnung.» Ich hasse das. Bevor ich mit dem Mann zusammenzog, hatte ich eine Spülmaschine, in der es einen Besteckkorb